Schneetreiben

17. Januar 2010 at 22:01 (Gedanken, Geschwafel, Leben)


In den letzten Jahren hörte man an allen Ecken und Enden laute Stimmen, dass wir hier in Deutschland gar keinen richtigen Winter mehr haben. Dass es zu warm ist. Dass kein Schnee fällt. Dass man weiße Weihnachten vergessen kann.
Jetzt haben wir endlich mal wieder einen Winter wie im Bilderbuch – lange vor Weihnachten gab es Schnee en masse, über Weihnachten taute das gute Zeug zwar, kam aber direkt im Anschluss wieder. Silvester war weiß. Und seitdem kann ich mich an keinen Tag erinnern, an dem ich durch graue Straßen marschiert wäre.

Letzte Nacht, gegen sechs Uhr, lief ich durch das nächtliche Hamburg. Erstaunt, dass selbst diese pulsierende Großstadt tatsächlich zum Atemstillstand kommen kann. Verzaubert vom tanzenden Schnee, der im Grunde direkt als Eis runterkam. Viele kleine Glitzerkristalle, ich sah am Ende aus wie eine blöde Fee, die ihren Feenstaub gegen den Wind verschüttet hat. Wenn sie einem vom Wind nicht direkt in die Augen gejagt wurden, konnte man ihnen sogar beim Fallen zuschauen. Und dazu eine Stille, die bis ins Innerste vordrang und dort alles ruhig werden ließ. Eigentlich optimal zum Fließenlassen von Gedanken. Aber die Umstände haben freie Gedanken in diesen Moment nicht erlaubt *gg* Egal, gehört hier grad nicht hin.

Was ich sagen will:
Wie das Wetter es auch macht, es wird immer gemeckert. Standard ist ja im Sommer „es ist zu heiß, ich will Winter!“ und im Winter „es ist zu kalt, ich will Sommer!“ – aber jetzt wird über das geschimpft, was in all den Jahren davor gefordert wurde. Was will die Menschheit eigentlich? Klar, für die Autofahrer ist’s scheiße. Für die, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, auch. Komisch nur, dass die, die sich heute über den Schnee beschweren, in den letzten Jahren die waren, die am meisten nach einem „echten“ Winter gebrüllt haben.

Ich für meinen Teil freue mich über den Schnee. Völlig egal, ob ich (warm genug angezogen) draußen unterwegs bin oder drinnen mit Decke, Tee und Buch am Fenster sitze. Ungeachtet der Uhzeit, obwohl es nachts am schönsten ist. Vor allem, wenn die Schneedecke noch unberührt vor einem liegt und im Licht der Straßenlaternen glitzert.
Schnee hat eine beruhigende Wirkung. Und eine inspirierende. Aber dazu komme ich ein anderes Mal.

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