Literatopia-Weihnachtspost

24. Dezember 2008 at 17:25 (Gedanken, Leben, Zitate)


Übermüdet, krank, gehetzt und viel zu spät holte ich auf dem Weg zum Treffpunkt der Mitfahrgelegenheit noch schnell meine Post aus dem Briefkasten – und ein leises Lächeln stahl sich auf mein Gesicht. Denn neben der Benachrichtigung, dass am 5.1. meine Kühl-Gefrier-Kombi geliefert wird, fand ich außerdem noch einen Briefumschlag mit einem blauen „Priority Prioritaire“-Aufkleber und ohne Absender vor. Erster Gedanke: „Vielleicht ist der Tag doch gar nicht so schlecht.“ und der Umschlag landete erst einmal in der Manteltasche, weil ich an die anderen grad nicht ran kam.

Der Bus fuhr mir vor der Nase weg und ich war erneut gefrustet, stellte die Reisetasche ab und vergrub die Hände in den Manteltaschen – wo ich wieder den Umschlag fühlte. Ich holte ihn hervor, drehte ihn hin und her und öffnete ihn schließlich vorsichtig.
Zum Vorschein kam eine rote Karte mit weißen Querstreifen und Sternen, auf der „Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr“ steht, außerdem hängt ein Stern aus weißem Filz an einem roten Bändchen daran.
Als ich die Karte aufklappe, fällt mir ein Zettel entgegen, den ich erst einmal hinter die Karte klemme, um den Kartentext zu lesen. Da steht in feinen, schwarzen Kugelschreiberlettern – die Schrift ist sehr klar, besonders der Bindestrich in Form eines Istgleich-Zeichens fällt mir ins Auge – folgender Text:

Liebe AngelOfShadow!

Friedliche, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch!
Ich weiß, du hast viel vor im neuen Jahr und ich wünsche dir dafür das Beste.

Weihnachtsgrüße aus Literatopia.

Weiter geht’s mit dem A5-Zettel, der wohl früher A4-Format hatte, jedenfalls deutet die rechte Kante darauf hin ;o)
Darauf ist folgender Text zu lesen:

Gedanken(bilderalbum)

Kerzen und Nüsse, Leuchtketten im Regen.
Ein Lichterfeiern, dem Jahresende entgegen (früher
galten die Tage zwischen dem Heiligen Abend
und dem 6. Jänner mancherorts als eigener
Monat – das 13. Monatsgehalt zwischen den
12 Rauhnächten).
Man darf auch hinterfragen. Ein bisschen Schnee
aus der Ferne und die Dunkelheit im Kauf-
rausch am späten Nachmittag.
Weihnachten kann Anlass, muss nicht Grund
sein.
Im Blau der Dämmerung der gelbe Schein und
die Menschen, die Kinder.
Weihnachten muss gedeutet werden, von jedem
für sich, sonst ist es bedeutungslos.

Die ganze Fahrt von Hamburg nach Strausberg habe ich vor allem über den vorvorletzten und letzten Satz nachgedacht, und ich habe mich unter anderem gefragt, warum ich so tolle und nachdenklich machende Post bekomme. Wahrscheinlich auch als Anstoß, meine Einstellung zu Weihnachten zu ändern – schauen wir mal.

Ich schicke einen herzlichen Dank nach Österreich, auch wenn ich gar nicht weiß, ob betreffende Person meinen Blog überhaupt liest.
Allen andere, sofern erwünscht, nette … na ja, zumindest überstehbare Feiertage. Ich werd wohl im Laufe der Zeit meines Pflichtbesuches noch einen Post zu diesem Thema schreiben. Aber erst mach ich mir ’ne heiße Honigmilch und werde ein Erkältungsbad nehmen.

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