2000 Jahre Varusschlacht

25. Oktober 2009 at 00:20 (Empfehlungen, Leben)

Moin zusammen,

mit dem heutigen Tag endet das Sonderausstellungsprojekt Imperium – Konflikt – Mythos zum Thema Varusschlacht, die in diesem Jahr ihr 2000. Jubiläum hat. Im Rahmen einer Projektfahrt meiner Abendschule war eine Gruppe von Lateinschülern drei Tage unterwegs und hat sich die drei Ausstellungen angeschaut. Ich war mit von der Partie, und obwohl schon eine ganze Zeit vergangen ist, möchte ich von dieser Reise erzählen.

Ich gehöre nun wirklich nicht zu den Leuten, die sich besonders für Geschichte interessieren. Vielleicht liegt das an meinen bisherigen Geschichtslehrern, die mir Geschichte immer als trockenes Jahreszahlenpauken gezeigt hatten. Was ich auf dieser Projektreise jedoch erlebt und gelernt habe, hat mir gezeigt, dass Geschichte viel mehr ist und durchaus spannend sein kann. Hielt ich bis dato ja für ein Gerücht und für dreiste Lügen, wenn mir sowas erzählt wurde ;)

Das Sonderausstellungsprojekt bezieht – oder vielmehr bezog – sich auf die drei Schauplätze, an denen die sogenannte Schlacht im Teutoburger Wald stattgefunden haben soll. Bis heute ist nicht hundertprozentig klar, wo genau sich die Germanen diese Schlacht mit den Römern geliefert haben, da gibt es immer noch viele verschiedene Theorien. Die Ausstellungen in Haltern am See (Imperium), Kalkriese (Konflikt) und Detmold (Mythos) stellen dar, was die Forscher bis jetzt rausgefunden haben, und zeigen einige Theorien auf.

Für mich persönlich war die Ausstellung in Kalkriese am interessantesten, die hat sich unsere Gruppe als erstes angeschaut, obwohl es wohl empfehlenswerter ist, sich die Ausstellungen in der Reihenfolge des Projektnamens anzuschauen. Ich habe festgestellt, dass die Personen, die die Führungen durchführen, eine sehr wichtige Rolle für das spielen, was sie an den Besucher vermitteln möchten. Chris, der Führer in Kalkriese, verstand es ziemlich gut, uns die Hintergründe zu erläutern und trotzdem unser Interesse zu wecken – und es wach zu halten. Viel interessanter als die Ausstellung an sich fand ich jedoch die Kurzbesichtigung der Grabungsstätten, an denen sein Team gerade arbeitet. Hat mich schon ziemlich beeindruckt, und ich spiele mit dem Gedanken, mich für ein zwei- odr mehrwöchiges Grabungsprojekt anzumelden. Ist noch ziemlich unausgereift, diese Idee, reizt mich aber ungemein.

Insgesamt war dieser Drei-Tages-Trip ziemlich anstrengend, aber auch sehr amüsant. Aus meiner Klasse waren neben mir nur noch zwei weitere Leute dabei, sodass man aus den anderen Lateinkursen auch mal Leute kennen gelernt hat. War schon ein bunter Haufen, hat auf jeden Fall Spaß gemacht.
Die nächste Projektreise, ebenfalls als Lateinkurs, wird dann wahrscheinlich nach Rom gehen. Das war eigentlich für dieses Jahr schon geplant, ging aber auf Grund der Kurzfristigkeit dann doch nicht, weil es einfach zu teuer geworden wäre. Da wir nun wissen, worauf wir achten müssen, können wir mit der Planung schon früher anfangen und uns so die Frühbucherrabatte sichern.

Auch wenn mir momentan, seit den Sommerferien, die Motivation für die Schule fehlt, bin ich nachwievor fest entschlossen, das mit dem Abi nachzuholen. Sind ja auch nur noch zweieinhalb Jahre :S aber das wird schon, irgendwie. Hab ja genug Leute, die mir ggf. in den Arsch treten *hüstel*
So. Auch wenn es für die Sonderausstellungen jetzt schon zu spät für euch ist – ich nehme an, dass keiner auf einem Sonntag mal eben schnell dorthin fahren wird, es sei denn, er wohnt vielleicht zufällig eh in der Nähe (Münster oder Osnabrück zum Beispiel, die uns als Übernachtungsquartiere dienten) – kann ich nur sagen, dass ihr die Augen offen halten solltet, die normlen Museen haben ja weiterhin geöffnet. Und es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Varusschlacht so beworben wird. Schließlich warten wir immer noch auf die Auflösung des Mysteriums ;)

Salve te!

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Lesungsbesuch Paolo Giordano

21. September 2009 at 11:13 (Empfehlungen, Konzerte & Co.)

Moinsen,

ich will eigentlich schon seit ein paar Tagen über die Lesung berichten, die ich letzten Mittwoch besucht habe. Aber in Ermangelung von Zeit und, zugegeben, auch Lust bin ich dazu bisher nicht gekommen. Jetzt habe ich eigentlich auch beides nicht, denn zum einen wartet der Abwasch und zum anderen müsste ich grad dringend über den Latein-Vokabellisten und Konjugationstabellen sitzen, denn heute Abend steht eine Klausur an. Nun, man drückt sich gerne, und das Bloggen ist grad definitiv das geringere Übel ;)

Also, Paolo Giordano ist ein italienischer Schriftsteller, der so gar nicht italienisch aussieht, aber einen umso italienerischeren Charme. Und ganz ehrlich, ich habe noch nie bewusst jemanden italienisch sprechen hören, und der gute Mann hat mich arg geflashed – nicht nur durch sein Äußeres, sondern auch durch seine Art, auch Fragen zu antworten, und seine Mimik und Gestik. Das alles hat zwar nichts mit dem Buch an sich zu tun, sollte aber trotzdem erwähnt werden.
Wie bin ich eigentlich zu dieser Lesung gekommen? Nun, das ist einfach und schnell erzählt: Seit einiger Zeit bin ich Chefredakteurin bei Literatopia und habe damit auch einige Verlagskontakte übernommen. Darunter auch der Blessing-Verlag der Verlagsgruppe RandomHouse, bei welchem die deutsche Ausgabe des ersten Buches von Paolo Giordano erschienen ist: Die Einsamkeit der Primzahlen.
Dieses wurde mir als Rezensionsexemplar geschickt und in dem Umschlag lag neben einem aktuellen Programm des Verlages auch eine Presseinformation, auf welcher auch Lesungstermine standen. Ich hab gar nicht lange überlegt und mir eine Karte besorgt. Und das hat sich echt gelohnt, ich hatte einen tollen, sehr unterhaltsamen Abend. Auch wenn ich kein Wort italienisch speche und dementsprechend wenig verstanden habe. Zum Glück waren zwei Dolmetscherinnen da :)

Die Lesung selbst war eine Mischung aus Interview, Anekdotenerzählungen und eben der Vorstellung des Romans. Highlight dabei war die deutsche Schauspielerin Julia Jäger (bekannt als Paola aus den Donna Leon-Serien), die nahezu hinreißend Passagen aus der deutschen Ausgabe gelesen hat. Und auch Paolo Giordano hat vorgelesen – auf italienisch und anschließend die gleiche Stelle noch mal auf deutsch. Respekt vor seinen Deutschkenntnissen, echt.
Diesen letzten Part der Lesung habe ich aufgezeichnet und bei Youtube eingestellt, um euch teilhaben zu lassen. Ist etwas leise geworden, aber ist ja auch klar – der braucht natürlich nicht so eine Technik wie Sänger. Aber es gibt ja Volume-Regler an jedem Rechner, gelle. Viel Spaß beim Angucken:

Und natürlich damit noch nicht genug, ich hab noch mehr Grund zum Angeben. Denn da das Buch bereits in meinem Besitz war, hab ich es selbstverständlich zur Lesung mitgenommen – denn Paolo hat nach der Lesung noch eine Signierstunde gegeben. Jetzt bin ich stolze Besitzerin zweier Autogramme von Paolo Giordano, und die gute Julia Jäger hat sich auch in meinem Exemplar von „Die Einsamkeit der Primzahlen“ verewigt. Für manch einen von euch ist vielleicht nicht nachvollziehbar, warum mir das so viel bedeutet, aber muss es ja auch nicht. Ich versteh manche von euren Interessen ja auch nicht, ne ;)

Das Buch lese ich gerade, sodass ihr in den nächsten Tagen wohl auch mit einer Rezension rechnen könnt. Überhaupt solltet ihr regelmäßig einen Blick in meine Rezensions-Liste werfen, denn die ist momentan das einzige an diesem Bog, was wirklich auf aktuellem Stand gehalten wird. Und ich würde mich freuen, wenn mich noch einige Fragen von euch erreichen, die ich in das anstehende Interview mit Sebastian Fitzek packen kann ;) Ablauf der Einsendefrist ist kommender Freitag, also ran an die Tastaturen!

Das war’s von mir für den Moment. Ich werde mal meinen Abwasch fragen gehen, was er davon halten würde, wenn ich mich jetzt um ihn kümmern würde. Und danach geht’s dann an Latein, damit ich die Klausur nicht ganz in den Sand setze.
Für euch zum Abschluss noch ein Paolo, über den ich letzte Nacht gestolpert bin und der seitdem ganz schön oft in meinem Player läuft – siehe Last.FM-Liste auf der rechten Seite ;)

Einen guten Start in die Woche wünsche ich euch, wir lesen uns bald wieder – versprochen!

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… und so stirbt man jeden Tag …

7. Juni 2009 at 19:39 (Empfehlungen, Gedanken, Leben)

… einen kleinen Tod.

Letzte Nacht wieder neu entdeckt und lieben gelernt, gleichzeitig gelesen, dass die Herren sich erst kürzlich getrennt haben und der gute Jape bereits ein neues Band-Projekt in der Mache hat. klingt ebenfalls sehr vielversprechend, ist aber eben nicht das Gleiche.
Man darf gespannt sein, wo das alles endet.
Das und andere Dinge, über die man sich so den Kopf zerbricht. Und das Herz zerbrechen lässt.

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