Fußballergebnisse …
… tja, was soll man dazu sagen?
Hannover und Schalke trennen sich am heutigen Nachmittag mit einem 0:2 – bin gespannt, mit welchen Ausreden wir rechnen dürfen.
Spekulationen dürfen gerne in den Kommentaren abgegeben werden.
Ihr meint, ich sei garstig?
Ja, kann sein. Ist sogar sehr wahrscheinlich. Aber wisst ihr was? Manchmal darf ich das sogar.
Und heute ist definitiv so ein Tag. Also leckt mich.
Und der Enke-Hype geht weiter …
Gestern Abend auf dem Weg von der Schule (ja, ich war mal wieder da) nach Hause konnte ich mal wieder nur mit dem Kopf schütteln. Große Schlagzeile im Fahrgastfernsehen der Hamburger Hochbahn: “DFB plant Enke-Stiftung“
Versteht mich nicht falsch, ich finde es eine gute Idee, eine Stiftung ins Leben zu rufen, die sich mit der Forschung um die Krankheit „Depression“ zusammentut und diese unterstützt. Aber ist es nicht ein bisschen zu hart, das gerade mal drei Tage nach dem Begräbnis in der Öffentlichkeit laut zu machen?
Heute morgen im Radio wurde über das gestrige Freundschaftsspiel gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen berichtet – solche Gesten finde ich schön: Ballack legt ein Enke-Trikot auf die Ersatzbank, die Fans bringen Banner mit, Podolski richtet seinen Blick nach dem ersten Treffer gen Himmel.
Was mich eben nur extrem annervt, ist der Medienrummel, denn der macht es weder besser noch ungeschehen noch leichter für irgendwen, und ist meiner Meinung nach einfach nur überflüssig. Muss das denn alles sein? Kann man den Mann nicht einfach in Frieden ruhen lassen, jetzt wo er unter der Erde liegt und das Grab noch ganz frisch ist? Kann man ihm nicht langsam im Stillen gedenken, wird denn das Ansehen für das, was er im Leben geleistet hat, dadurch geschmälert?
Ich find’s albern, tut mir leid. Der Mann ist tot und nichts wird ihn wieder lebendig machen. Dass er in den Herzen seiner Familie, Freunde und Fans weiterlebt, weiß die Welt auch ohne diesen ganzen Medienscheiß.
Lasst die Leute doch erstmal zur Ruhe kommen und den Verlust wirklich annehmen, eh ihr über Stiftungen und sonstigen Kram nachdenkt.
Deutschland trauert um Enke …
… und ich sitze mal wieder hier und frage mich, was zur Hölle eigentlich mit der Gesellschaft los ist. Seit Tagen hört und liest man nichts anderes, und während ich anfangs noch Anteil nahm am Schmerz der Frau und der Fans, bin ich mittlerweile einfach nur noch genervt.
Ich verrate euch auch, warum.
Erstens wird ein riesiges Trara um den (Frei)Tod des National-Torhüters gemacht. Was ist mit all den anderen Menschen, die tagtäglich sterben, und zwar nicht durch Selbstmord? So viele junge Fußballer haben schon ihr Leben gelassen wegen unbemerkten Herzfehlern, sind einfach so auf dem Spielfeld umgekippt. Wer hat Notiz davon genommen? Niemand. Wenn es einen kurzen Artikel darüber in der Presse gab, ging der schnell neben irgendwelchen Skandalen unter.
Zweitens hat der gute Mann seine privaten Sorgen Zeit seines Lebens unter Verschluss gehalten. Die Öffentlichkeit wusste zwar um den schweren Verlust seiner kleinen Tochter, ahnte aber nie etwas von seinen Depressionen, die er schon lange vor dem Todesfall hatte. Ich frage mich, woher sich die Ehefrau und auch der behandelnde Arzt das Recht nehmen, dieses wohlgehütete Geheimnis jetzt preiszugeben – nur um dem Selbstmord Enkes in der Öffentlichkeit einen Grund zu geben. Aber kann das alles sein?
Drittens fragt kein Mensch nach den Folgen für die anderen Beteiligten. Etwa den Lokführer, der den Zug steuerte, vor den Enke sich werfen musste. Oder die Rettungsleute, die Enkes Einzelteile einsammeln durften. Die stehen irgendwie hintenan, aber haben sie nicht genauso unsere Anteilnahme verdient? Für die ist es sicher nicht leichter, mit diesem „Vorfall“ umzugehen.
Großes Begräbnis in der AWD-Arena in Hannover, Trauermärsche, ergreifende Pressekonferenzen, abgesagte Spiele – und wofür das Ganze? Sehr wahrscheinlich mache ich mir viele Feinde mit diesem Posting und vielleicht komme ich auch emotionslos rüber, aber ganz ehrlich: Würde um jeden toten Menschen, aus welchen Gründen der Tod auch immer eintrat, solch ein Primbourium gemacht werden, kämen wir aus der Trauerei gar nicht mehr raus.
Ich sage gar nicht, dass Trauer nicht angebracht ist, ganz im Gegenteil, ich selbst war ja auch geschockt, als ich davon hörte. Abe muss denn wirklich so ein Aufriss darum gemacht werden? Kommt er davon zurück? Wird es dadurch einfacher für die Angehörigen? Versteht man den Selbstmörder dadurch besser?
Wenn ihr mich fragt: Nein.
Aber das ist meine ganz persönliche Meinung, und ich wünsche allen, die ehrlich um Enke trauern, alle Kraft der Welt, um diese schweren Zeiten zu überstehen.

